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- Out 5, 2021
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Militäroperation im Nordatlantik:
USA entern Russen-Tanker
Weiteres Schattenflotten-Schiff in der Karibik beschlagnahmt
Washington – Die USA haben den russischen Tanker „Marinera“ bei einer Militäroperation von einem Schiff der Küstenwache im Nordatlantik unter Kontrolle gebracht. Er gehört Putins berüchtigter „Schattenflotte“ an. Wie „NBC“ unter Berufung auf US-Behörden berichtet, sei der Tanker „gesichert“ und steuert nun Richtung Schottland. Der Zugriff sei wegen „Verstößen gegen US-Sanktionen“ erfolgt, teilte das Europa-Kommando der US-Streitkräfte (Eucom) mit.
Parallel dazu wurde auch der Tanker „Sophia“ in internationalen Gewässern der Karibik von der US-Marine geentert. Das bestätigte das sogenannte „Kommando Süd“ der US-Marine auf dem Kurznachrichtendienst X. Der unter US‑Sanktionen stehende Supertanker war mit 1,8 Millionen Barrel venezolanischem Rohöl beladen und laut Beobachtern auf dem Weg nach China.
Russen sprechen von „Piraterie“
Der russische Vorsitzende des Ausschusses für Staatsaufbau des Föderationsrates, Andrei Klishas, erklärte auf seinem Telegram, die amerikanische Seite habe gegen das Völkerrecht verstoßen. „Die USA“ hätten „unverhohlene Piraterie auf hoher See betrieben. Alles nach den berüchtigten ‚Regeln‘ und unter Verstoß gegen das Völkerrecht“.
Zu der beschlagnahmten „Sophia“ erklärte die US-Marine: „Das abgefangene Schiff, die M/T Sophia, operierte in internationalen Gewässern und führte illegale Aktivitäten in der Karibik durch. Die US‑Küstenwache eskortiert die M/T Sophia in die Vereinigten Staaten, wo über das weitere Vorgehen endgültig entschieden wird.“
Die „Marinera“, also das erste geenterte Schiff, hatte seit mehr als zwei Wochen versucht, einer US-Blockade gegen sanktionierte Öltanker zu entkommen. Und die Crew griff dafür zu drastischen Mitteln. Der Tanker scheiterte zunächst daran, in Venezuela anzulegen und Öl zu laden. Das Schiff ist nach US-Angaben leer, wurde aber von der US-Küstenwache verfolgt. Washington will damit ein Signal gegen den weltweiten Schmuggel von illegalem Öl setzen – darunter auch russisches Schwarzmarkt-Öl.
Moskau bestätigt: Flotte gehört zu ihnen
Moskau bestätigte umgehend, dass die „Marinera“ unter russischer Flagge fuhr. Wörtlich erklärte das Verkehrsministerium: „Heute gegen 15 Uhr Moskauer Zeit gingen auf hoher See, außerhalb der Territorialgewässer irgendwelcher Staaten, US-Seestreitkräfte an Bord des Schiffs; der Kontakt zum Schiff ging verloren. Gemäß den Bestimmungen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen von 1982 gilt auf hoher See das Regime der Freiheit der Schifffahrt, und kein Staat ist berechtigt, Gewalt gegen Schiffe anzuwenden, die ordnungsgemäß in den Jurisdiktionen anderer Staaten registriert sind.“
Schon im Dezember hatten US-Kräfte nach Medienberichten versucht, das Schiff unter ihre Kontrolle zu bringen. Doch die Crew wehrte den Versuch ab und steuerte in Richtung offener Atlantik. Laut der Analysefirma Windward malten Seeleute auf ihrer Flucht vor der Küstenwache hastig eine russische Flagge an den Rumpf. Sie tauften den Tanker von „Bella 1“ in „Marinera“ um und wechselten mitten auf See die Registrierung – nach Russland.
US-Beamten zufolge ließ Russland den Tanker ohne Inspektion oder formelle Prüfung ins eigene Register eintragen – ein ungewöhnlicher Schritt. Experten sehen darin einen bewussten Schutz vor weiteren US-Zugriffen.
Russland schickt U-Boot und Kriegsschiffe
Russland reagiert zunehmend nervös auf US-Beschlagnahmungen von Tankern, die illegales Öl transportieren und Moskaus schwächelnde Wirtschaft stützen. Zuletzt erhöhte der Kreml den Einsatz: Laut dem „Wall Street Journal“ wurden ein russisches U-Boot sowie weitere Marine-Einheiten als Eskorte für den Tanker in Richtung russische Gewässer geschickt. Zu spät.
Das russische Staatsmedium RT verbreitete am frühen Nachmittag Bilder, die eine neue US-Militäroperation mitten im Nordatlantik zeigten. Unter anderem war ein Helikopter zu sehen, der sich der „Marinera“ näherte. Nach Informationen von Fox News sollen US-Spezialkräfte den Tanker kurz danach betreten haben. Nach letzten Erkenntnissen befindet sich das Schiff rund 480 Kilometer südlich von Island und war in Richtung Nordsee unterwegs. Die USA, Großbritannien, Frankreich und Irland hatten das Schiff aus der Luft überwacht.
Rostige Tanker sind auch eine Umweltgefahr
Russland hatte die USA zuvor offiziell aufgefordert, die Verfolgung einzustellen. Aus dem Außenministerium hieß es, man beobachte die Lage „mit Sorge“. Das Weiße Haus argumentiert, die „Marinera“ sei ein staatenloses Schiff mit falscher Flagge. Zudem gebe es eine richterliche Anordnung zur Beschlagnahme des Tankers. Die USA hatten ihn schon zuvor sanktioniert, weil er angeblich iranisches Schwarzmarkt-Öl für Terrororganisationen transportiert haben soll.
Russland wollte den Zugriff mit der Registrierung erschweren. „Sobald es einmal registriert ist, steht es unter dem Schutz der Flagge“, sagte Frederick Kenney (67), der frühere höchste Anwalt der US-Küstenwache, laut WSJ. Ein früherer Status als staatenloses Schiff lasse sich nicht nachträglich geltend machen. Sollten die USA das Schiff wirklich erfolgreich geentert haben, könnte Russland nun Vergeltungsmaßnahmen rechtfertigen.
Die USA haben bereits zwei andere Öltanker aus der Schattenflotte beschlagnahmt: die Skipper und die Centuries. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und den westlichen Sanktionen wuchs die Flotte laut Analysten auf mehr als 1000 Tanker an. Viele sind mehr als 15 Jahre alt, schlecht versichert und verschleiern ihre Routen, indem sie Funksignale abschalten.
Bild Zeitung
USA entern Russen-Tanker
Weiteres Schattenflotten-Schiff in der Karibik beschlagnahmt
Washington – Die USA haben den russischen Tanker „Marinera“ bei einer Militäroperation von einem Schiff der Küstenwache im Nordatlantik unter Kontrolle gebracht. Er gehört Putins berüchtigter „Schattenflotte“ an. Wie „NBC“ unter Berufung auf US-Behörden berichtet, sei der Tanker „gesichert“ und steuert nun Richtung Schottland. Der Zugriff sei wegen „Verstößen gegen US-Sanktionen“ erfolgt, teilte das Europa-Kommando der US-Streitkräfte (Eucom) mit.
Parallel dazu wurde auch der Tanker „Sophia“ in internationalen Gewässern der Karibik von der US-Marine geentert. Das bestätigte das sogenannte „Kommando Süd“ der US-Marine auf dem Kurznachrichtendienst X. Der unter US‑Sanktionen stehende Supertanker war mit 1,8 Millionen Barrel venezolanischem Rohöl beladen und laut Beobachtern auf dem Weg nach China.
Russen sprechen von „Piraterie“
Der russische Vorsitzende des Ausschusses für Staatsaufbau des Föderationsrates, Andrei Klishas, erklärte auf seinem Telegram, die amerikanische Seite habe gegen das Völkerrecht verstoßen. „Die USA“ hätten „unverhohlene Piraterie auf hoher See betrieben. Alles nach den berüchtigten ‚Regeln‘ und unter Verstoß gegen das Völkerrecht“.
Zu der beschlagnahmten „Sophia“ erklärte die US-Marine: „Das abgefangene Schiff, die M/T Sophia, operierte in internationalen Gewässern und führte illegale Aktivitäten in der Karibik durch. Die US‑Küstenwache eskortiert die M/T Sophia in die Vereinigten Staaten, wo über das weitere Vorgehen endgültig entschieden wird.“
Die „Marinera“, also das erste geenterte Schiff, hatte seit mehr als zwei Wochen versucht, einer US-Blockade gegen sanktionierte Öltanker zu entkommen. Und die Crew griff dafür zu drastischen Mitteln. Der Tanker scheiterte zunächst daran, in Venezuela anzulegen und Öl zu laden. Das Schiff ist nach US-Angaben leer, wurde aber von der US-Küstenwache verfolgt. Washington will damit ein Signal gegen den weltweiten Schmuggel von illegalem Öl setzen – darunter auch russisches Schwarzmarkt-Öl.
Moskau bestätigt: Flotte gehört zu ihnen
Moskau bestätigte umgehend, dass die „Marinera“ unter russischer Flagge fuhr. Wörtlich erklärte das Verkehrsministerium: „Heute gegen 15 Uhr Moskauer Zeit gingen auf hoher See, außerhalb der Territorialgewässer irgendwelcher Staaten, US-Seestreitkräfte an Bord des Schiffs; der Kontakt zum Schiff ging verloren. Gemäß den Bestimmungen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen von 1982 gilt auf hoher See das Regime der Freiheit der Schifffahrt, und kein Staat ist berechtigt, Gewalt gegen Schiffe anzuwenden, die ordnungsgemäß in den Jurisdiktionen anderer Staaten registriert sind.“
Schon im Dezember hatten US-Kräfte nach Medienberichten versucht, das Schiff unter ihre Kontrolle zu bringen. Doch die Crew wehrte den Versuch ab und steuerte in Richtung offener Atlantik. Laut der Analysefirma Windward malten Seeleute auf ihrer Flucht vor der Küstenwache hastig eine russische Flagge an den Rumpf. Sie tauften den Tanker von „Bella 1“ in „Marinera“ um und wechselten mitten auf See die Registrierung – nach Russland.
US-Beamten zufolge ließ Russland den Tanker ohne Inspektion oder formelle Prüfung ins eigene Register eintragen – ein ungewöhnlicher Schritt. Experten sehen darin einen bewussten Schutz vor weiteren US-Zugriffen.
Russland schickt U-Boot und Kriegsschiffe
Russland reagiert zunehmend nervös auf US-Beschlagnahmungen von Tankern, die illegales Öl transportieren und Moskaus schwächelnde Wirtschaft stützen. Zuletzt erhöhte der Kreml den Einsatz: Laut dem „Wall Street Journal“ wurden ein russisches U-Boot sowie weitere Marine-Einheiten als Eskorte für den Tanker in Richtung russische Gewässer geschickt. Zu spät.
Das russische Staatsmedium RT verbreitete am frühen Nachmittag Bilder, die eine neue US-Militäroperation mitten im Nordatlantik zeigten. Unter anderem war ein Helikopter zu sehen, der sich der „Marinera“ näherte. Nach Informationen von Fox News sollen US-Spezialkräfte den Tanker kurz danach betreten haben. Nach letzten Erkenntnissen befindet sich das Schiff rund 480 Kilometer südlich von Island und war in Richtung Nordsee unterwegs. Die USA, Großbritannien, Frankreich und Irland hatten das Schiff aus der Luft überwacht.
Rostige Tanker sind auch eine Umweltgefahr
Russland hatte die USA zuvor offiziell aufgefordert, die Verfolgung einzustellen. Aus dem Außenministerium hieß es, man beobachte die Lage „mit Sorge“. Das Weiße Haus argumentiert, die „Marinera“ sei ein staatenloses Schiff mit falscher Flagge. Zudem gebe es eine richterliche Anordnung zur Beschlagnahme des Tankers. Die USA hatten ihn schon zuvor sanktioniert, weil er angeblich iranisches Schwarzmarkt-Öl für Terrororganisationen transportiert haben soll.
Russland wollte den Zugriff mit der Registrierung erschweren. „Sobald es einmal registriert ist, steht es unter dem Schutz der Flagge“, sagte Frederick Kenney (67), der frühere höchste Anwalt der US-Küstenwache, laut WSJ. Ein früherer Status als staatenloses Schiff lasse sich nicht nachträglich geltend machen. Sollten die USA das Schiff wirklich erfolgreich geentert haben, könnte Russland nun Vergeltungsmaßnahmen rechtfertigen.
Die USA haben bereits zwei andere Öltanker aus der Schattenflotte beschlagnahmt: die Skipper und die Centuries. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und den westlichen Sanktionen wuchs die Flotte laut Analysten auf mehr als 1000 Tanker an. Viele sind mehr als 15 Jahre alt, schlecht versichert und verschleiern ihre Routen, indem sie Funksignale abschalten.
Bild Zeitung
