Portal Chamar Táxi

Notícias Gewerkschaften drohen mit Protesten auf der Straße

Roter.Teufel

Sub-Administrador
Team GForum
Entrou
Out 5, 2021
Mensagens
62,810
Gostos Recebidos
1,916
Kampf um den 8-Stunden-Tag:
Gewerkschaften drohen mit Protesten auf der Straße


d33566e494cdb7ae3f137adf01e29eb3,99112b07


Berlin – Die Bundesregierung plant eine echte Job-Revolution, will Unternehmen und Beschäftigten mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit ermöglichen. Dafür soll das starre Modell des 8-Stunden-Tages gelockert werden. Aber es gibt Widerstand: Die Gewerkschaften stemmen sich gegen die Reformpläne. Unter dem Motto „Mit Macht für die 8!“ planen sie nun Protestaktionen.

In der nationalen Tourismusstrategie führt das Wirtschaftsministerium u. a. „die Möglichkeit einer wöchentlichen anstatt einer täglichen Höchstarbeitszeit“ auf. Arbeitnehmer könnten dann länger am Stück arbeiten – und anschließend freihaben. Dies diene einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ausnahmen vom 8-Stunden-Tag sind zwar auch jetzt schon möglich, allerdings nur unter besonderen Bedingungen.

• Die Gewerkschaft Verdi warnt „eindringlich vor den negativen Folgen des geplanten Streichens der täglichen Höchstarbeitszeit“, erklärt der Bundesvorsitzende Frank Werneke (58) auf BILD-Anfrage. Durch die Pläne der Bundesregierung würde Arbeitgebern „ein Freibrief ausgestellt“, um aus überlasteten Arbeitnehmern „das Letzte rauszuholen“. Das Arbeitszeitgesetz lasse schon jetzt Flexibilität zu. Werneke kämpferisch: „Daran lassen wir als Gewerkschaften nicht rütteln. Wir sind bereit, für den Erhalt des Arbeitszeitgesetzes zu kämpfen – in den Betrieben und auf der Straße.“

• Auch die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner (57) betont gegenüber BILD: „Demonstrationen, Aktionen, auf die Straße gehen und laut werden, das ist für uns als Gewerkschaft immer eine Möglichkeit.“

„Weltbild aus dem vergangenen Jahrhundert“

• „Für unsere Leute ist der aktuelle Vorstoß der Bundesregierung zur Abschaffung des 8-Stunden-Tages überflüssig wie ein Kropf“, sagt Michael Vassiliadis (61), Vorsitzender der IG BCE. 77 Prozent der Beschäftigten in Industrie-Unternehmen lehnten die Pläne ab. Ihnen fehle „jegliches Verständnis dafür, dass sie sich in der Krise um ihre Arbeitsplätze sorgen und gleichzeitig Debatten über 12-Stunden-Arbeitstage ertragen müssen“. Die Reformpläne entstammten „einem arbeitspolitischen Weltbild aus dem vergangenen Jahrhundert“.

• Robert Feiger (64), Bundeschef der IG BAU, sagt zu BILD: „Das bestehende Arbeitszeitgesetz funktioniert. Wer daran rüttelt, riskiert Chaos statt Fortschritt.“ Der 8-Stunden-Tag sei „kein Relikt vergangener Zeiten, sondern ein Grundpfeiler sozialer Gerechtigkeit“. Eine Aufweichung bringe Nachteile vor allem für Beschäftigte ohne Tarifbindung. „Für sie hieße das: längere Arbeitstage, weniger Erholung, mehr Druck.“

• Der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler (54) betonte, dass die Niedriglohnquote im Gastgewerbe bei mehr als 50 Prozent liege. Hinzu kämen hohe Arbeitsbelastung, Wochenendarbeit und unregelmäßige Arbeitszeiten. „Wer den Personalmangel ernsthaft bekämpfen will, muss Arbeitsbedingungen verbessern, statt Arbeitstage auf bis zu 13 Stunden auszudehnen.“

Bild Zeitung
 
Topo